buehnenbild_Souvenir-de-Solferino.jpg Foto: Jörg F. Müller / DRK
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Die Geschichte des Roten Kreuzes

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Die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes ist mehr als 150 Jahre alt. So wurde 1863 in Baden-Württemberg die erste Rotkreuzgesellschaft der Welt gegründet. Die Idee, Menschen allein nach dem Maß der Not zu helfen, ohne auf Hautfarbe, Religion oder Nationalität zu achten, geht auf den Schweizer Henry Dunant zurück.

Geschichte des DRK Ortsverein Bad Nauheim

Im Jahre 1888 wurde aus dem Krieger- und Militärverein Hassia die Sanitätskolonne des Roten Kreuzes in Bad Nauheim gegründet, also genau 25 Jahre nach der Gründung des Internationalen Roten Kreuzes. 

Die Stammmannschaft bestand bei der Gründung aus 15 aktiven Mitgliedern. 

Erste Unterweisungen wurden durchgeführt und Hr. Sanitätsrat Dr. Müller stellte das erforderliche Verbandszeug, sowie einen Amputations- -Instrumentenkasten zur Verfügung. 

Nachdem die Aktivitäten der Sanitätskolonnenarbeit nach der Jahrhundertwende fast auf dem Nullpunkt angekommen waren, wurde von Sanitätsrat Dr. Hahn die Initiative ergriffen und ein „Wiederbelebungsversuch" der Sanitätskolonne gestartet 

Das Vorhaben hatte Erfolg 

Schon in wenigen Jahren stieg die Mitgliederzahl erheblich an.  

Bis zum Ausbruch des Krieges 1914 bestand die Sanitätskolonne bereits wieder aus ca. 40 aktiven Mitgliedern. Nach der Mobilmachung 1914 erging der Aufruf an die Bad Nauheimer Bürgerschaft, worin männliche Personen aufgefordert wurden, sich der Sanitätskolonne anzuschließen. 

Das Interesse wuchs, zumal die Notwendigkeit des Sanitätsdienstes erkannt wurde. Während des Krieges waren die mittlerweile auf 170 Personen angewachsen Aktiven mit der Betreuung von  Verwundeten ausgelastet.

Aus der Festschrift zur 40 jährigen Jubiläumsfeier geht hervor, wie von Seiten der Stadtverwaltung, Kurverwaltung und der Ärzteschaft die Rotkreuzarbeit gefördert wurde. Es wurde sogar von Bediensteten der Sanatorien, Kurkliniken und Badehäusern eine Mitgliedschaft in der Sanitätskolonne verlangt. 

1933, zu Beginn des Dritten Reichs, wurde auch die Arbeit des Roten Kreuzes mehr oder weniger von den Machthabern des Regimes beeinflusst. So kam es, das die in der Heimat verbliebenen Kameraden eingezogen und zur Betreuung von verwundeten Frontkämpfern eingesetzt wurden.

Nach Beendigung des Krieges wurde die Rotkreuzorganisation von den damaligen Besatzungsmächten als unliebsame Organisation verboten.

Dieses Verbot wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgehoben, da der Missbrauch des Roten Kreuzes nicht der Organisation selbst, sondern dem Regime des Dritten Reichs zuzuschreiben war. Allmählich bildeten sich wieder Rotkreuzbereitschaften und auch in Bad Nauheim wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Regelmäßige Bereitschaftsabende fanden statt, um Kenntnisse der Sanitätsarbeit wieder aufzufrischen.

Im Jahr 1988 feierte die Bereitschaft Bad Nauheim 100jähriges bestehen. Aus diesem Anlass gab es eine Großübung in der Bad Nauheimer Innenstadt und eine Festschrift wurde gedruckt. Außerdem fand ein Kommersabend, eine Leistungsschau und abschließend ein Wohltätigkeitsball statt. 

Zur Zeit besteht die DRK Ortsvereinigung Bad Nauheim aus ca. 20 - 25 aktiven Helferinnen und Helfern. Diese gewährleisten die Einsatzbereitschaft der beiden Fachgruppen "Sanitätsdienst", sowie "Information und Kommunikation". Des weiteren ist unser Verein in die Schnelleinsatzgruppe West und den Katastrophenschutz integriert.

2013 feiert der DRK Ortsverein Bad Nauheim seinen 125. Geburtstag.
Im kleineren Rahmen in der Trinkkuranlage luden die Bad Nauheimer ihre Mitglieder, Freunde und Kollegen aus dem Kreisverbandsgebiet und Offizielle aus dem Roten Kreuz und der Politik zu einem kurzweiligen abend ein.

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  • Die Schlacht von Solferino: Geburt des Rotkreuzgedankens

    Als Geschäftsmann war Henry Dunant 1859 in Italien unterwegs, als er die Folgen der Schlacht von Solferino, des entscheidenden Gefechts zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Piemont-Sardinien sowie dessen Verbündetem Frankreich im Sardinischen Krieg, miterlebte. Dem 31-Jährigen bot sich ein schreckliches Bild. An Straßenrändern, auf Plätzen und in Kirchen lagen dicht an dicht verwundete Soldaten. Dunant erlebte das Grauen des größten Waffengangs jener Zeit in seiner ganzen Brutalität.

    Der Geschäftsmann vergaß seine ursprüngliche Mission und kümmerte sich um Verwundete wie Sterbende. Er wusch schmutzige Wunden aus, verteilte Lebensmittel und Wasser, sprach Mut zu. Auch für Nachschub an Verbandsmaterial und Nahrung sorgte Dunant. Weil professionelle Hilfe überall fehlte, forderte Dunant Einheimische zur Mithilfe auf – Frauen, Kinder und Männer halfen mit. „Sono tutti fratelli“ – wir sind alle Brüder – sagten sie und versorgten jeden Verletzten ungeachtet seiner Nationalität.

    Als Dunant erfuhr, dass die Franzosen österreichische Ärzte gefangen hielten, suchte er den französischen Herrscher auf. Er gestattete den österreichischen Ärzten an dem Hilfseinsatz teilzunehmen. Zusammen mit Dunant praktizierten diese Freiwilligen zum ersten Mal den Grundsatz des späteren Roten Kreuzes: dass alle verwundeten Soldaten neutral und gleich zu behandeln sind.

  • "Eine Erinnerung an Solferino" – Dunants Buch und seine Vision
    DRK Geschichte Foto: Jörg F. Müller / DRK

    Henry Dunant verarbeitete seine Erinnerungen an die Erlebnisse in Italien in seinem Buch „Un souvenir de Solferino“ (Eine Erinnerung an Solferino). Noch heute gilt es als literarisches Meisterstück, mit dem er die damalige Gesellschaft in Europa aufrüttelte.

    In seinem Buch schildert Dunant zunächst die politischen Zusammenhänge und informiert detailliert über das Militär und Kriegsstrategien. Danach beschreibt er in einem dramatischen Epos den Ablauf der Schlacht und das Gemetzel auf den Schlachtfeldern. Es fällt kein Wort über den Triumph der Siegermächte. Dunant beschreibt stattdessen, wie primitiv und brutal die Verwundetentransporte durchgeführt wurden oder wie prekär die Zustände in den Lazaretten waren.

    Die letzten Seiten widmete Dunant seiner Vision: „Wäre es nicht möglich, in Friedenszeiten eine freiwillige Organisation zu gründen, deren Zweck es sein müsste, die Verwundeten in Kriegszeiten durch begeisterte und aufopfernde Freiwillige, die für ein solches Werk besonders geeignet sind, pflegen zu lassen?“ Er schloss sein Buch mit dem Appell, Hilfsgesellschaften für Verwundete in verschiedenen Ländern Europas zu gründen.

    Dunant ließ auf eigene Rechnung 1.600 Exemplare seines Buches drucken, die er mit persönlicher Widmung an Fürsten, Generäle und Regierungen in Europa verschickte. Das Echo war gewaltig. Eine zweite Auflage erschien schon vier Monate nach der ersten und wurde zum Bestseller, der Verfasser berühmt wie ein Star.

  • Eine Idee wird Wirklichkeit

    Einer der Ersten, die Dunant gratulierten, war der Genfer Gustave Moynier, ein brillanter Jurist und erprobter Organisator. Er war Präsident der privaten Gemeinnützigen Gesellschaft Genfs und konnte Dunant für ein Referat vor zwanzig angesehenen Bürgern der Stadt gewinnen, unter ihnen General Guillaume-Henri Dufour.

    Die Versammlung beauftragte fünf Anwesende, einen Plan zu erstellen, wie Dunants Idee, „kriegsführende Armeen durch Korps freiwilliger Krankenpfleger zu unterstützen“ in die Tat umgesetzt werden konnte. Das Fünfergremium mit der Bezeichnung „Ständiges Internationales Komitee“ – dem späteren Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) – setzte sich zusammen aus General Henri Dufour als Präsident, Gustave Moynier als Vizepräsident, Dunant als Sekretär und den zwei Ärzten Louis Appia, einem Spezialist in Chirurgie, und Théodore Maunoir, einem Mediziner mit internationaler Erfahrung.

    Für seine Verdienste erhielt Henry Dunant 1901 gemeinsam mit Frédéric Passy den Friedensnobelpreis.